Jubiläumsfest der Gebetsgruppe im Bundesamt für Sozialversicherung

Dokumentarfilm und Referat  von Pionier und Gründer der Helimission, Ernst Tanner, zum 10-jährigen Jubiläumsfest der Gebetsgruppe im Bundesamt für Sozialversicherungen

Wann?

 Mittwoch, 4. Juni 2014, 12.15 Uhr bis ca. 13.30 Uhr

Wo?

Bundesamt für Sozialversicherungen BSV

Effingerstr. 20, Sitzungszimmer TG 21+22

 

Ein Mann, eine Vision, eine Erfolgsgeschichte mit vielen Anekdoten. Ernst Tanner, Pionier und Gründer der Helimission, zeigt uns den

40-minütigen Film „40 Jahre Helipioniere“, welcher zu den Anfängen der Arbeit (1971) zurück geht und den Bogen über das 40-jährige Jubiläum in unsere heutige Zeit schlägt (siehe www.helimission.ch).

Wir dürfen uns auf einen interessanten Film sowie ein spannendes Referat freuen. Danach erwarten uns Kaffee und Kuchen.

Alle Interessierten von nah und fern sind herzlich willkommen

Hast du eine Vision?

Ernst Tanner, geboren 1927, Pionier und Gründer der Helimission, hatte eine Vision. Nach einer Kellnerlehre in La Chaux-de-Fonds liess er sich als junger Mann in Bern, Amsterdam und Woodstock (USA) zum Kunstma­ler ausbilden. Als Steward auf dem Schiff überquerte er mehrfach den Ozean und bei der Luftwaffe in Texas begann er die Rekrutenschule, die er aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig abbrechen musste. 1951 hatte er ein eindrückliches Erlebnis, das ihn zum Theologiestudium bewog.

Dies führte ihn schliesslich weit in der Welt herum. Als er wieder einmal in Afrika im Urwald unterwegs war, hörte er von den Helikoptereinsätzen in Vietnam zur Zerstörung von Menschenleben. Damit wurde seine Vision geboren: statt Menschen zu zerstören, sollen die Helikopter zu deren Rettung eingesetzt werden.

Also kam er zurück in die Schweiz um mit 43 Jahren, trotz Flugangst und wenig Begeisterung fürs Fliegen, das Fliegen zu erlernen. Die meisten Personen hielten ihn angesichts seiner Pläne für einen Verrückten und sein Fluglehrer meinte sogar: „Herr Tanner, Sie werden nie im Leben Pilot …“. Nichtsdestotrotz erlangte er in einer Rekordzeit von gerade nur 3 Wochen die Lizenz zum Helikopterpiloten.

Ernst und Heidi Tanner, mit Sohn Simon und Brikena Tanner im Hintergrund

 

Im Jahre 1971 kauften Ernst und Hedi Tanner den ersten Helikopter und gründeten die Helimission. Um diesen Heli kaufen zu können, nahmen sie eine Hypothek auf ihr Haus auf und erhielten einige Darlehen von Freunden. Mit diesen Schritten kam Ernst Tanner der Umsetzung seiner Vision einen Schritt näher.

Mit nur gerade 37 Stunden Flugerfahrung startete er am 17. Januar 1972 bei schlech­tem Wetter zusammen mit einem Freund ab dem Flughafen Belp in Richtung Afrika.

Aufgrund des Wetters hatte er bereits nach wenigen Minuten die Orientierung verloren und es blieb ihm nichts anderes übrig, als auf einem Feld zu landen und mit der Karte in der Hand ins nächstgelegene Restaurant zu gehen, um sich zu erkundigen, wo er sich gerade befinde… ☺

Vor etwas mehr als vierzig Jahren bestand die Helimission aus einem Helikopter und einem Mann. Heute zählt das Hilfswerk 50 Mitarbeitende, verteilt auf der ganzen Welt, und betreibt eine Flotte von 9 Helikop­tern. Stationen befinden sich zurzeit in Madagaskar, Äthiopien, West-Papua und Sulawesi in Indonesien. Die ganze Arbeit der Helimission wird durch freiwillige Spenden getragen und ermöglicht. Alle Krankentransporte und Katastropheneinsätze werden auf Kosten der Helimission geflogen.

Für andere Hilfeleistungen wird oft nur der Treibstoffpreis in Rechnung gestellt. Die Piloten und Mechaniker werden von ihrem privaten Spender­kreis unterstützt (Kirche, Freunde, Familie). Das Büropersonal wird von der Stiftung entlöhnt. Die Stiftung Helimission ist heute weltweit in der Rettungs- und Versorgungsfliegerei tätig. Ihr Ziel und Zweck ist es Menschen in abgelegenen, schwer zugänglichen Gebieten Hilfeleistungen im sozialen, medizinischen und geistlichen Bereich zu erbringen.

Sie arbeitet auch mit anderen Hilfsorganisationen wie dem IKRK, dem Schweizerischen Katastrophenhilfskorps, Deutsches Technisches Hilfswerk, humedica, CARE, Tear Fund, Oxfam, UNHCR, Save the Childern und Médecins sans Frontières u.a. zusammen, aber auch mit den Regie­rungen der Länder, in denen Unterstützung angeboten wird.

„Zum Glück hatte ich keine Ahnung vom Fliegen, sonst hätte ich es nie gewagt!“, erzählt Ernst Tanner rückbli­ckend. Aber er tat es mit Erfolg: Die Geschichte eines Abenteurers, der nie einer sein wollte, aber seine Vision mit Ausdauer und Hartnäckigkeit erfolgreich umsetzte. Die Welt, durch die Augen dieses Pioniers, Piloten und Missionars betrachtet, wird auch den Blickwinkel für deine Vision öffnen und inspirieren.